ACP GmbH
Historie
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Die Entwicklung von MAN Werk Penzberg zur ACP GmbH


Anfang 1965 hatte der Bayerische Landtag beschlossen, der Oberbayerischen AG für Kohlenbergbau keine Subventionen mehr zu zahlen. Das bedeutete für die jahrhundertealten Kohlenbergwerke Penzberg und Hausham das Ende. Sie wurden im August 1965 geschlossen, und mehr als 500 Bergleute waren plötzlich arbeitslos. Die MAN AG konnte mit der Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung rechnen, wenn sie in die von der wirtschaftlichen Krise bedrohte Region investieren würde. Und tatsächlich förderte die Staatsregierung den Neubau eines MAN Werkes, da sie großes Interesse daran hatte, die Bergbauregion zu einem Industriegebiet mit mehr Vielfalt umzustrukturieren.


Im Dezember 1965 legte der bayerische Wirtschaftsminister Otto Schedl den Grundstein für das neue MAN Omnibuswerk in Penzberg. Nur elf Monate später war das 25 Millionen DM teure Werk fertig gestellt. Die Einweihung des Werkes Penzberg fand am 13. März 1967 statt. Höhepunkt des Festaktes war die Übergabe der ersten acht in Penzberg gefertigten Omnibusse an die Straßenbahngesellschaft Herne-Castrop-Rauxel. In Fachkreisen sprach man wegen der äußerst kurzen Bauzeit vom "Wunder von Penzberg".


Das Besondere an der Gründung des Werkes in Penzberg war, dass hier die vormals im Kohlenbergbau beschäftigten Bergleute eingestellt wurden. Während der Bauphase des Werks wurden mehr als 450 Bergleute im Werk München umgeschult. Allerdings war es zunächst nicht leicht, die ehemaligen Bergleute an ihre neue Tätigkeit zu gewöhnen. Aber die Bergleute stellten sich der Herausforderung, und in den Folgejahren wurde in Penzberg das gesamte MAN-Omnibusprogramm gebaut, vom Einzelteil bis zum kundenfertigen Omnibus. 1970 waren dies Stadtlinien-Omnibusse von 10 bis 12 m Länge sowie Reise- und Überland-Omnibusse von 9 bis 12 m Länge.


1967 wurden von 490 Arbeitern 399 Omnibusse produziert. 1970 arbeiteten 777 Arbeiter im Werk Penzberg. Sie stellten über 750 Omnibusse her. Wie gut es dem Werk in Penzberg wirtschaftlich ging, zeigt sich auch an der Lohnentwicklung. 1966 verdienten die Arbeiter 4,34 DM pro Stunde, 1969 waren es 5,75 DM. Dies entspricht einer Steigerung von 33 Prozent in nur drei Jahren.


1978 beschloss der Vorstand des MAN Unternehmensbereichs Nutzfahrzeuge, die Omnibusfertigung schrittweise von Penzberg nach Salzgitter zu verlegen. Im April 1981 verließ der letzte der etwa 13.500 in Penzberg gefertigten Omnibusse das oberbayerische Werk. In Penzberg wurden von nun an Teile für die LKW-Fertigung in München hergestellt. 1987 etwa beförderten täglich sieben Lastzüge 150 Tonnen Ladung an die Montagebänder und in das Teilelager in München. Bei den gelieferten Produkten handelte es sich um Einzelteile und Aggregate.


Heute arbeiten in Penzberg etwa 800 Personen. Das Werk wurde zum 1. Juli 2005 ein eigenständiges Unternehmen - die ACP GmbH - das sich mittlerweile als hochkompetenter Systemlieferant am Markt etabliert hat und seit dem 1. Januar 2009 eine 100%-Tochter der Hörmann Gruppe ist.


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